Soziales Engagement

Erfahrungsbericht von Alexander Orlov

Erfahrungsbericht von Alexander Orlov
Ehemaliger Auszubildender und jetziger Logistikmitarbeiter

Bahnhofsmission, Dortmund

Ich habe die Bahnhofsmission in Dortmund eine Woche lang besucht. Frau Berg, die Leiterin der Einrichtung, hat mich bei dem persönlichen Kennenlernen unter anderem über die Abläufe und die Arbeitsbereiche aufgeklärt. Mir ging vieles durch den Kopf, wie z. B., dass ich ja niemand kenne und erst einmal auf mich allein gestellt bin. Trotzdem habe ich mich auf die Mitarbeiter und die Aufgaben gefreut und dachte, dass ich schon gut damit klarkommen werde. Meine Erwartung an die Zeit bei der Bahnhofsmission war auch, dass ich vielleicht danach noch höflicher und hilfsbereiter zu Menschen bin, die ich nicht kenne.

Die Mitarbeiter arbeiten bei der Bahnhofsmission ehrenamtlich und damit unentgeltlich, was ich sehr respektiere, da nicht jeder so etwas machen würde. Dort zu arbeiten kann einem viel Kraft abverlangen, z. B. wenn man Berührungsängste hat. Diese hatte ich auch anfangs, obwohl ich dachte, dass ich eigentlich schon vieles in meinem jungen Leben gesehen und durchgemacht habe. Vor allem bei dem Gedanken irgendwelche Junkies anzufassen, wurde mir ganz komisch. Aber ich habe mich der Herausforderung gestellt und war an jedem Arbeitstag der zu Ende ging froh, Menschen geholfen zu haben, wie z. B. einer blinden Frau beim Umsteigen.

Was mir auch sehr gefallen hat, war zu sehen, was es für Einrichtungen für bedürftige Menschen gibt. Zum Beispiel die „Tafel Dortmund“, die „Kana Dortmunder Suppenküche“ oder die Asyl-Erstaufnahmestelle. Ich wusste vorher gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Auch zahlreiche Einrichtungen wo Obdachlose übernachten können, haben mir gezeigt, dass es doch mehr Bedürftige gibt, als man annimmt.

Vor allem hat es mich gefreut, viele neue Menschen kennen gelernt zu haben. Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission waren alle sehr nett zu mir und haben mir alles gezeigt und erklärt. Aber auch die Menschen, denen wir geholfen haben, waren alle sehr nett und haben es geschätzt, dass man ihnen Hilfe angeboten hat. Am Ende habe ich mich sogar geärgert, dass die Zeit so schnell herum war.

Ich würde es jedem raten, dass er sich mal die Bahnhofsmission anschaut und sich Gedanken macht, ob er nicht auch helfen möchte, da es mehr Bedürftige gibt, die Hilfe brauchen, als man denkt. Solange man es sich nicht selbst angeschaut hat, bzw. da mal selbst mitgewirkt hat, hat man eigentlich gar kein richtiges Bild über die Einrichtung und ihre Mitarbeiter, warum es sie gibt und warum die Mitarbeiter anderen Menschen helfen - und dass auch noch unentgeltlich!

Ich danke der Einrichtung, die es mir ermöglicht hat, mir ein Bild über die Arbeit zu verschaffen und vor allem Frau Berg und den Mitarbeitern, die mir alles erklärt und gezeigt haben.

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