Wundgeruch verstehen. Lebensqualität verbessern.
Wundgeruch ist für Betroffene eine enorme Belastung. Henrik forscht daran, das Unsichtbare messbar – und behandelbar – zu machen.
Henrik ist bei uns als Werkstudent gestartet – heute arbeitet er in der Produktentwicklung und betreut komplexe Forschungsprojekte mit echtem Mehrwert. Sein Weg dorthin ist alles andere als geradlinig: Nach seiner Ausbildung zum operationstechnischen Assistenten arbeitet er mehrere Jahre im OP. Die Arbeit gefällt ihm – und trotzdem spürt er: Da geht noch mehr. Er entscheidet sich für ein Studium der Medizintechnik. Und für eine Initiativbewerbung bei Dr. Ausbüttel.
„Ich wollte wissen, ob das, was mich im OP jeden Tag beschäftigt hat, auch von der anderen Seite her gedacht wird – also aus Entwicklungsperspektive“, sagt Henrik. Die Bewerbung trifft auf offene Ohren – und auf ein Projekt, das zu ihm passt: Wundgeruch.
Chronische Wunden sind nicht nur schmerzhaft – sie können auch stark riechen. Ein Thema, über das kaum jemand spricht. Für Betroffene ist es jedoch hoch belastend. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf forscht Henrik an diesem tabuisierten Thema. Gemeinsam mit dem Team analysiert er Proben, erhebt Daten zur Lebensqualität von Patienten und entwickelt Verfahren, um die Geruchskomponenten chemisch messbar zu machen.
Die Ergebnisse erscheinen in einer wissenschaftlichen Publikation, das Projekt wird auf dem Deutschen Wundkongress in Bremen vorgestellt. Das Poster erhält dort den Newcomer-Preis beim Deutschen Wundpreis 2025 – ein Meilenstein für die junge Forschung zu Wundgeruch.
„Mich hat fasziniert, wie tief man in ein Thema eintauchen kann, wenn man Zeit und Vertrauen bekommt“, erzählt Henrik. Über sein Praxissemester, eine Projektarbeit und schließlich die Abschlussarbeit bleibt er dran – und wird nach dem Studium fester Teil unseres Teams.
Heute bringt er seine Erfahrung aus der Klinik, sein technisches Know-how und seinen Forschungssinn in unsere Entwicklung ein. Ob Patienteninterviews, Laboranalysen oder die Bewertung von Materialprototypen – Henrik arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Anwendung. Dabei immer im Blick: Lösungen, die wirklich helfen.
Auch innerhalb des Teams übernimmt er Verantwortung. „Man merkt mit der Zeit, dass man nicht mehr nur mitläuft, sondern mitgestaltet“, sagt er. Besonders schätzt er die Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg – von Regulatory Affairs bis zum Prototypenbau. „Es gibt Projekte, bei denen man am nächsten Tag den ersten Prototyp in der Hand hält – und dann direkt weiterdenken kann. Das ist schon etwas Besonderes.“


