„Ich könnte das nicht“ – Svenja aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung
In unserem Dokumentarfilm „Ich könnte das nicht“ begleiten wir drei Menschen in ihrem Arbeitsalltag. Svenja ist eine davon und arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Warum wir genau sie begleitet haben? Weil dieser Ort für Svenja mehr ist als nur ein Arbeitsplatz.
„Ich könnte das nicht.“ Diesen Satz hört man oft, wenn Menschen über Berufe sprechen, die besonders fordern: medizinisches Fachpersonal, Lehrer an herausfordernden Schulen oder Menschen, die täglich unter Bedingungen arbeiten, die von außen schwer vorstellbar sind.
Oft spricht man über diese Situationen und selten mit den Menschen, die ihre ganz eigene Perspektive und eigenen Antrieb haben. Uns war wichtig, unserer Unternehmenspriorität „Hochleistung für Menschen, die uns brauchen.“ Ein vielfältiges Gesicht zu geben. Zum einen drei Protagonistinnen, die selbst bereit sind, Hochleistung zu bringen, aber auch eng mit uns verbunden sind, durch unsere Arbeit und das soziale Engagement und damit Menschen sind, die uns brauchen.
Svenja arbeitet in der Lederwerkstatt des Christopherus-Hauses der Werkstätten Gottessegen in Dortmund. Darüber hinaus ist sie Künstlerin, spielt Theater, arbeitet ehrenamtlich in einer inklusiven Disco und engagiert sich als Frauenbeauftragte.
Ihr Satz bleibt hängen: „Wir werden immer unterschätzt. Aber ich stehe da drüber, weil ich weiß, was ich kann.“
Werkstätten werden von außen oft vorschnell bewertet. Viele Menschen haben kaum Berührungspunkte damit und verbinden damit eher Vorurteile als echte Einblicke. Auch Svenja kennt die Perspektive von außen. Über eine längere Zeit hat sie auf dem ersten Arbeitsmarkt gearbeitet und sagt selber: „Ich habe den Bezug zur Werkstatt verloren. Ich hatte keine Zeit mehr für meine Freunde und den Ort, der mir eigentlich so wichtig ist.“
Für Svenja war klar, dass der Weg zurück in die Werkstatt der richtige für sie ist. Dort kann sie sich ausprobieren, hat unter anderem in der Holz- und Filzwerkstatt gearbeitet und produziert heute Gürtel, Taschen und andere Lederwaren. Hier konnte sie nicht nur ihre Stärken wiederfinden, sondern auch das soziale Umfeld, was sie so stark macht.
Was uns mit Svenja so stark verbindet, ist das Verständnis von Arbeit als wichtigen Teil des Lebens. Sich mit Leidenschaft und Leistung für einen Job einzubringen, in einem Umfeld, in dem man sich weiterentwickeln kann. Denn zur Arbeit in der Werkstatt gehören genauso Freizeit- und Therapieangebote.
Das bedeutet nicht, dass wir Werkstätten idealisieren. Aber es bedeutet, genauer hinzuschauen. Für viele Menschen sind sie nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch ein wichtiger sozialer Raum. Sie geben Rhythmus, Sinn, die Möglichkeit, Teil einer Gemeinschaft zu sein und Perspektive. Denn auch die Möglichkeit sich über die Arbeit dort weiterzuentwickeln und durch Praktika oder ausgelagerte Arbeitsplätze neue Erfahrungen außerhalb der Werkstatt zu sammeln, unterstützen wir.
Durch Aufträge für das Verpacken unserer Produkte arbeiten wir direkt mit 15 Werkstätten in Nordrhein-Westfalen zusammen. Diese Aufträge sind ein wirtschaftlich wichtiger Faktor für die Werkstätten und für uns eine Herzensangelegenheit. Auch wenn Svenja nicht unsere Produkte verpackt, sagt sie: „Das Dr. Ausbüttel uns vertraut, ihre Produkte verpacken zu lassen, ist ein großer Vertrauensbeweis.“ Wir möchten die Menschen dahinter sichtbar machen: ihre Fähigkeiten, ihre Geschichten, ihre Haltung und ihren Stolz auf das, was sie leisten.
„Ich könnte das nicht.“ zeigt deshalb nicht nur Arbeitsplätze. Der Film zeigt Menschen, die oft unterschätzt werden – und die jeden Tag beweisen, was sie können. Svenja steht stellvertretend für viele Menschen, deren Arbeit und Fähigkeiten mehr Aufmerksamkeit verdient.
Denn Hochleistung sieht nicht immer gleich aus. Manchmal findet sie in einer Arztpraxis statt, manchmal in einer Grundschule in der Nordstadt und manchmal in einer Werkstatt, in der jemand genau das Umfeld gefunden hat, an dem sie zeigen kann, was in ihr steckt.
Hier geht es zum Film: Ich könnte das nicht


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Partnerschaft im Münsterland – Die Werkstatt Westfalenfleiß
