Warum der Besuch einer WfMB zu unserem Onboarding gehört
WfMB? Genau wie die Abkürzung ist auch der Besuch einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung oft der erste direkte Kontakt mit diesem Arbeits- und Lebensumfeld. Genau deshalb ist er fester Bestandteil unseres Onboardings.
Wer neu bei Dr. Ausbüttel startet, lernt nicht nur Kollegen, Produkte und Prozesse kennen. Ein fester Bestandteil unseres Onboardings ist auch der Besuch in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
Warum uns das wichtig ist? Weil viele Menschen vorher kaum Berührungspunkte mit Werkstätten hatten. Man kennt vielleicht den Begriff, hat Bilder im Kopf oder auch Vorurteile. Aber erst vor Ort wird spürbar, was eine Werkstatt für viele Menschen bedeutet.
Bei dem gemeinsamen Besuch geht es darum, die Arbeit kennenzulernen, aber vor allem die Menschen. Die Gruppen, die Abläufe, die Atmosphäre. Man sieht, wie wichtig ein verlässlicher Rhythmus im Alltag sein kann. Wie viel Gemeinschaft dort entsteht. Und dass eine Werkstatt für viele Beschäftigte nicht einfach nur ein Arbeitsplatz ist, sondern ein sozialer Raum, der Struktur, Zugehörigkeit und Sicherheit geben kann.
Unsere neuen Mitarbeitenden erleben dabei oft sehr direkte und herzliche Begegnungen. Man wird begrüßt, angesprochen, manchmal auch einfach umarmt. Genau diese Momente bleiben häufig besonders im Kopf.
Marla beschreibt ihren ersten Besuch so: „Ich hatte vorher ehrlich gesagt kaum eine Vorstellung davon, wie es in einer Werkstatt aussieht. Vor Ort hat mich vor allem beeindruckt, wie offen wir empfangen wurden und wie viel Stolz viele auf ihre Arbeit hatten. Ich habe verstanden, dass es dort nicht nur um Tätigkeiten geht, sondern auch um Gemeinschaft, Alltag und das Gefühl, gebraucht zu werden.“
Für uns ist dieser Perspektivwechsel wichtig. Denn unsere Zusammenarbeit mit Werkstätten soll nicht abstrakt bleiben. Wir möchten, dass Mitarbeitende verstehen, mit wem wir zusammenarbeiten, welche Bedeutung diese Arbeit hat und warum Begegnung so wichtig ist.
Neben den Besuchen bieten wir auch Hospitationen an. Eine besondere Möglichkeit ist der jährliche Schichtwechsel, bei dem Mitarbeitende einen ganzen Tag in einer Werkstatt verbringen, mitarbeiten und noch tiefer in den Alltag vor Ort eintauchen können.
Solche Erfahrungen helfen, Berührungsängste abzubauen und differenzierter auf Werkstätten zu schauen. Sie zeigen, dass es nicht reicht, über Teilhabe zu sprechen. Man muss Menschen begegnen, zuhören und bereit sein, die eigene Sicht zu hinterfragen.
Deshalb bleibt der Werkstattbesuch für neue Mitarbeitende bei uns ein Pflichttermin – und oft einer der eindrücklichsten Termine im gesamten Onboarding.


